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Geschichte

über uns

Die lange Geschichte einer Bäckerei (Andelfinger Zeitung, Juli 1997)

Am 8. Juli 1997 ist die Bäckerei Ammann mit neuem Glanz in Betrieb genommen worden. Es war nicht der erste Umbau des alten Hauses im Zentrum von Unterstammheim. Drei Generationen Ulrich - alle mit dem Vornamen Koni -buken hier über hundert Jahre lang gutes Brot. Immer wieder wurde modernisiert und Platz geschaffen. Aus der Andelfinger Zeitung vom Oktober 1977 konnten wir einiges in Erfahrung bringen, und die neuerliche Renovation veranlasst uns, etwas zurückzuschauen.


Rückblick auf 100 Jahre Bäckerei Ulrich

Bereits sind wieder zwanzig Jahre vergangen, seit dem Jubiläum der interessanten Familiengeschichte. Dank einer gewissenhaften Aufzeichnung von Koni Ulrich-Kunz kann man in die Anfänge des Unternehmens zurückblenden.

Die Kriegszeit 1914/18 brachte viel Mehrarbeit. Erst als Sohn Ernst mit der Viehhabe in den Wiesengrund zog, konnte man an eine Vergrösserung der Backstube denken. Ein grosser Dampfbackofen machte dem alten Holzofen Platz. Trotzdem war der Einsatz im Geschäft hundertprozentig, es gab weder Wirtesonntag noch frühen Ladenschluss. In Oberstammheim wurde eine Ablage errichtet, zuerst bei Bieris, dann im Lädeli von Frau Merk (heute Schreinerei Stauffer). Rudolf Bieri holte das Brot mit der Hutte auf seinem Motosacoche, ansonsten musste die schwere Last auf dem Rücken mit dem Velo transportiert werden. Also schaffte man ein Ross an. Vater Ulrich liebte sein Pferd; und wenn er selber Zeit für die Brottour fand, war dies eine erholsame Zerstreuung.

Kaufvertrag von 1877

Als Joh. Jakob Bryner alt Schulgutsverwalter die Ofenschüssel aus der Hand gab verkaufte er seine bereits bestehende Bäckerei samt GebäuIichkeiten sowie Land- Reben- und Waldparzellen an Konrad Ulrich, welcher aus dem «Lindenbückli» Waltalingen stammte. Der Kaufpreis betrug 18 500 Franken. die Assekuranzsumme 13000 Franken. Der östliche Hausteil war damals noch ein echter Bauernhof mit Scheune Vieh und Pferdestall. Konrad der Erste (1851-1927) pflanzte aus Anlass der Geburt seines Stammhalters -eben Konrad dem Zweiten -eine Linde auf dem Vorplatz, die heute noch dem Haus den Namen gibt. Ob die Wirtschaft auch gleich zu jener Zeit eröffnet wurde ist nirgends aufgeschrieben. Schriftlich festgehalten aber wurde, dass alle seine fünf Kinder wacker mithelfen mussten. Sohn Ernst übernahm mit der Zeit den angegliederten Landwirtschaftsbetrieb. Die Bäckerei, noch auf engstem Raum, diente damals vorab der Brotherstellung; nur Samstags und auf Festtage gab es Weggen und Zöpfe. Da die heranwachsenden Kinder so gut mithalfen, belieferte man auch die Nachbardörfer mit dem täglichen Brot. So soll auch einmal ein Ochsengespann auf der Tour mit Brot und Mehl im Mühlebach gelandet sein ...


Konrad der Zweite, 1886-1944

Als besonders rührige Geschäftsleute erwies sich die nächste
Generation, suchten sie doch 1921 um das Wirtepatent auf die «Linde» nach. Seit 1913 war Koni mit Elise Schmid aus Oberstammheim verheiratet. Zwei Töchter und ein Sohn -natürlich ein Koni -entprossen dieser Ehe. Koni der Dritte verfolgte als achtzigjähriger mit viel Interesse den jetzt erfolgten Umbau.

Handwerk hat goldenen Boden, aber zehrt an den Kräften

Der Zweite Weltkrieg setzte Vater Ulrichs Gesundheit zu. Die «Linde» war ständig mit Militär belegt, die Bäckerei musste zusätzlich für drei Kompanien Brot backen und dieses nach Vorschrift 24 bis 48 Stunden einlagern. Koni der Dritte weilte ebenfalls im Dienst und fiel im Betrieb aus. Noch bevor der Krieg zu Ende war, starb Vater Ulrich, erst 58jährig. an einem Hirnschlag. Seine Frau Elise führte das Geschäft vorerst weiter. Seit kurzem stand ihr die junge Schwiegertochter Silvia zur Seite, welche 1948 mit Koni dem Dritten das Geschäft übernahm.

Eine gemütliche Dorfbeiz geht ein

Da sich mit der Bäckerei-Konditorei eine gute Existenz abzeichnete und das Dorf mit fünf andem Wirtshäusern gut bedient war, schloss 1952 die beliebte «Linde». In den ehemaligen Weinkeller wurde der Laden verlegt mit Ausstellungsflächen und einer ebenerdigen Geschäftstüre zu einem Trottoir.

Der umfangreiche Dampfbackofen musste 1968 einem elektrischen Ofen Platz machen und schaffte dank guter Isolation bessere klimatische Bedingungen für die Bäcker. Mit neuem Maschinenpark durfte sich der Betrieb durchaus sehen lassen. Am 1. Mai 1979 wechselte die «Lindenbäckerei» den Besitzer -er heisst nicht mehr Koni - sondern Willy, besitzt den gleichen Berufsstolz und wird mit viel Freude das schöne Geschäft weiterbringen.


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